Tauchwohnmobil auf Basis eines IVECO 120-17ANW:

 

So stand er in Mobile.de, der Gute. Ein ehemaliger Werkstattwagen der Deutschen Bundesbahn. In Dienstgestellt wurde er 1993 und verrichtete vermutliche tapfer seine Aufgaben. Danach ging er dann an einen Baumaschinen Verleih und sorgte (vermutlich) auch hier dafür, dass die Bagger immer liefen. Der Grund für die Ausmusterung auch hier, sollte mir später klar werden...

 

 

Im Januar 2015 bin ich zur Besichtigung nach Berlin gefahren und habe mir den Wagen mit einem guten Freund zusammen angeschaut. Die Gute startete sogar ohne Fremdhilfe nach ein kleinem wenig orgeln. Der 6,4 Liter Reihensechszylinder machte natürlich eine anständigen Sound...

 

Obwohl, der Anblick war wirklich etwas traurig, zwischen anderen LKWs in der hintersten Ecke des Hofes...

 

 

Nichts desto trotz, der Entschluss war getroffen. Da auch Grit gerne wieder LKW fahren wollte musste nun 10 Jahre nach dem MAN 8.150FAE wieder ein neuer LKW her.

 

Schnell stand der Termin für die Abholung unseres neuen Schmuckstückes fest. Über die Karnevalstage im Februar 2015 sind wir wieder mit fast der ganzen Truppe nach Berlin gefahren und haben, neben dem Besuch der Familie den Wagen abgeholt und zu einer befreundeten LKW Werkstatt in Berlin gebracht. Dort wurde Ivy gründlich gecheckt und es gab grünes Licht für die Überführung nach Erftstadt.

 

Zusammen mit meinen beiden Beifahrern ging es auf die gut 700km lange Strecke. Es dauerte nicht lang...

 

 

...und meine Beifahrer waren eingeschlafen. Nun ja, bei der Bundeswehr hätte das eine Pause erfordert, da wir aber mit Grit und Phillip im Marketenderwagen unterwegs waren, fuhren wir durch. So gut es ging zumindest. Ich habe auf der Strecke noch nie zwei Autobahnsperrungen am gleichen Tag erlebt...

 

Nach gut 800km kamen wir im Dunkeln dann zu Hause an. Da wir noch kurzer Hand ein paar Möbel aus Oranienburg mit gebracht hatten, luden wir die noch schnell ab und brachten Ivy dann an ihren neuen Schlafplatz...

 

 

Endlich wieder schrauben. Als erstes stand allerdings der Versuch, den Wagen auch gleich beim TÜV vorzuführen. Na ja, erst habe ich es mit der DEKRA versucht, was auch nicht sehr viel gebracht hat. Im Gegenteil, die Mängel, die bei der DEKRA auftauchten waren eigentlich relativ trivial. Wobei diese Trivialität mich auch sechs Wochen Zeit gekostet hat. Dumm war, dass ich zwischen durch ja auch noch arbeiten muss.

 

Der erste wesentliche Mangel war eine nicht funktionierende Lichtweitenregulierung. Fahrzeuge ab Baujahr 1992 müssen die dummer weise haben und da Ivy als Erstzulassung 1993 im Brief stehen hat, ging es nicht ohne.

 

 

Sitz, passt, wackelt und hat Luft... und funktioniert sogar. Problem gelöst!

 

Denkste, damit kamen wir dann zu einem neuen Mangel, der aber erst bei der Wiedervorführung beim TÜV auffiel. Stolz präsentierte ich dem Prüfer die beseitigten Mängel, speziell die als Ersatzteil nicht mehr verfügbare Lichtweitenregulierung. Dummerweise waren seit der ersten Vorführung mehr als sechs Wochen vergangen und somit ergab sich eine neue Hauptuntersuchung... Das Ergebnis waren zwei leicht ausgeschlagenen Trageringe an der Vorderachse...

 

Das war dann der zweite wesentliche Mangel - Spiel in den Tragringen an der Vorderachse - , der die Zulassung wiederum um Wochen verzögern sollte. Zwar war eine IVECO Werkstatt direkt neben der TÜV Prüfstelle, jedoch zeigte sich, dass die Beschaffung der Ersatzteile wieder extrem schwierig war. Teilweise wurden diese (zwei Buchsen) sogar nach gefertigt.

 

 

Problem gelöst einschließlich erneuter Hauptuntersuchung - wieder waren sechs Wochen vergangen....

 

...den Aufenthalt in der Werkstatt haben wir allerdings dann sofort dafür genutzt die Federbrieden auszumessen und die Höherlegung des Fahrgestells vor zu bereiten. Es war ja von Anfang an klar, dass die Bereifung 10.00R22,5 einwenig zu klein ist. Geplant ist die Verwendung von 14.00R20 Bereifung. Der besondere Clou von Ivy ist nämlich, dass sie als ehemaliges Behördenfahrzeug strikt abgereglt ist. Das war uns schon bei der Überführung aus Berlin aufgefallen. Bei exakt 85 Stundenkilometer regelt der Motor ab. Das werden wir auch so lassen, allerdings wird sich durch die größere Bereifung eine höhere Abregelgeschwindigkeit ergeben.

 

Endlich geht es weiter mit dem Schrauben. Anfang März sind Pauli und ich los gefahren um neue Reifen für Ivy zu besorgen. Also, der nächster Schritt hin zum Expeditionmobil, wir haben die großen Reifen gekauft...

 

Um das ganze Thema nicht zu teuer zu gestallten haben wir von den Alu Felgen abgesehen und sind einfach auf ganz normale 3-teilige 10.00x20V Felgen vom Kat 1A1 gegangen. In einem super Deal haben wir die Felgen mit ssamt guter Bereifung bekommen. Selbst beim abbauen hatten wir Hilfe...

 

 

...jetzt muss Ivy nur aus der Werkstatt zurück kommen, wo gerade die Abstandsbolzen zwischen Achse und Blattfedern gebaut werden. Außerdem stand eh gerade die SP (Sonderprüfung) an. Wenn Ivy zurück ist, geht es ans anpassen der Kotflügel etc. und ans montieren der Räder. Wie man auf dem Bild oben sieht würde die Größe 14:00R20 Maggy auch gut stehen...

 

 

...aber erst bekam Ivy in der Werkstatt noch ihre langen Beine...

 

...und dann endlich kam Ivy im August 2016 aus der Werkstatt und nach dem Magie ja schon größere Räder bekommen hatte ging es nun auch an den Umbau von Ivy.